StuROPx - Landscape of Urban Inequalities and Mental Health/Care in Berlin; Berlin University Alliance

Durch einen interdisziplinären Ansatz entfaltet die Forschung der Gruppe StuROPx – Landscape of Urban Inequalities and Mental Health/Care in Berlin die Auswirkungen sozialer Ungleichheiten in Berlin auf die Diskurse, Kämpfe, Praktiken und Erfahrungen im Bereich der psychischen Gesundheit. Studierende aller Fachrichtungen können dabei mitwirken. Darüber hinaus werden die relevanten in/formalen Formen der Solidarität und des Engagements beleuchtet. Psychische Gesundheit wird hier als eine kollektive/individuelle Ressource untersucht, die einem städtischen Kontext mit einer Reihe von materiellen Objekten, sozialen Beziehungen und psychologischen Prozessen unterliegt. Die Themen „Wohnen“, „Gärtnern“ und „Raum der psychiatrischen Kliniken“ wurden im letzten Semester ausgewertet. Die Teilnehmenden werden je nach Interesse Interviews mit Vertreter*innen verschiedener sozialer Gruppen, Expert*innen aus verschiedenen Disziplinen, Aktivist*innen oder Politiker*innen führen. Auf diese Weise wird das Verständnis dafür vertieft, wie psychische Gesundheit/Versorgung konzeptualisiert, etabliert, erlebt oder angesprochen wurde und wie das komplexe Netz der Ungerechtigkeit strukturell, materiell und diskursiv gestaltet ist.

Im Oktober 2021 wurden zudem die Ergebnisse einer weiteren durch das Team initiierten Studie im Journal of International Migration and Integration publiziert. Das Studienkollektiv der Studie “Spatiality of Social Stress Experienced by Refugee Women in Initial Reception Centers” umfasste dabei geflüchtete weibliche Personen aus den Heimatländern Syrien und Afghanistan. Ziel der qualitativen Interviews war es, den Zusammenhang zwischen der räumlichen Wahrnehmung von neun verschiedenen Erstaufnahmeeinrichtungen in Berlin und sozialem Stress genauer zu betrachten. Die Studie zeigt, dass sozialer Stress als in Bezug auf interkulturelle Bedürfnisse vor allem durch mangelnde Privatsphäre in jenen Einrichtungen getriggert wird. Dabei ist Privatsphäre nicht ausschließlich räumlich zu betrachten, sondern vor allem als Kontrolle und Freiheit der alltäglichen Aspekte und Bedürfnisse zu begreifen. Die Ergebnisse dieser Studie heben persistierende interkulturelle Diskrepanzen in geschlechtersensiblem Umgang im Rahmen humanitärer Unterstützungen hervor.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier: https://link.springer.com/article/10.1007/s12134-021-00890-6